Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“

Am 4. und 6. November 2025 besuchten die Klassenstufen 10 bis 12 des Gymnasiums das Stadttheater Glauchau, um die außergewöhnliche Aufführung von Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ durch die WortFitzCompany zu erleben. Wie in jedem Jahr stand ein Theaterbesuch auf dem Programm, doch diesmal erwartete die Schülerinnen und Schüler ein besonderes Konzept: Statt im großen Saal nahm das Publikum in einem kleineren, schlichten Hinterraum Platz – ganz nah an den drei Schauspielern, die das Stück in ungewöhnlicher, aber eindrucksvoller Weise präsentierten.

Mit nur wenigen Requisiten – drei Leitern, einer Kiste und einigen Kleinteilen – sowie einer Vielzahl schnell gewechselter Kostüme gelang es den Darstellern, Schillers komplexes Werk lebendig und verständlich auf die Bühne zu bringen. Spektakuläre Bühnenbilder oder Lichtshow-Effekte gab es nicht, und doch zog die Inszenierung die Zuschauer rund anderthalb Stunden in ihren Bann. Besonders kreativ waren die Lösungen für schwierige Szenen: Der Tod einer Figur wurde etwa durch ein kurzes Innehalten und das Ablegen eines Mantels dargestellt. Immer wieder wechselten die Schauspieler rasch hinter einer schwarzen Wand zwischen Rollen und Funktionen – teils sogar mitten im Satz.

Gleich zu Beginn überraschten die Darsteller mit Gesang, und auch der restliche Vortrag wich bewusst von klassischen Inszenierungen ab. Der Dialog war an eine verständlichere, moderne Sprache angepasst, ohne den Kern des Originalwerks zu verlieren. So entstand eine Darbietung, die gleichermaßen künstlerisch reduziert und inhaltlich kraftvoll war.

Thematisch rückte die Aufführung besonders die zentralen Konflikte des Stücks in den Mittelpunkt: Machtmissbrauch, gesellschaftliche Abhängigkeiten und der Mut des einfachen Volkes, sich gegen Unterdrückung zu erheben. Die Schauspieler vermittelten eindrucksvoll, wie wichtig es ist, für die eigenen Werte einzustehen – eine Botschaft, die bei vielen Schülerinnen und Schülern nachwirkte.

Auch wenn Theaterbesuche nicht für jeden selbstverständlich ein Highlight sind, bot dieser ungewöhnliche Zugang zu Schillers Klassiker eine spannende Abwechslung zum Schulalltag und ermöglichte es, das bekannte Drama aus einer völlig neuen Perspektive zu erleben.

Text: J. Friede, L. Treml
 

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